Ein Gruß zur Ausstellung "Konzerte" - Graphiken
von Matthias Schwarz
Garage, Eberswalde, 11. bis 27. Mai 2001
Es gibt Clubs und feste Veranstaltungsreihen, die rühmen sich
ihrer Resident-DJ`s, die Jazzkonzerte in Eberswalde rühmen
sich ihres Haus- und Hofgraphikers. Matthias Schwarz ist das Premium
unter den hiesigen jüngeren Gestaltern. Er taucht mit Skizzenblock
und Bleistift in die Welten, die ihn anziehen: die geheimnisvollen
des Unhuhns, die etwas eindeutigeren der Kneipen, die offenen der
Musik.
Das Stammlokal improvisierter Musik in Brandenburg, die Garage
in der Eberswalder Eisenbahnstraße 20, präsentiert im
Zusammenhang mit den mittlerweile 7. Eberswalder Jazztagen eine
kleine Auswahl seiner Konzert-Graphiken.
Die Garage, wie hier und da zu hören, ein Ort, welcher morbiden
Charme versprüht, war von Anfang an, tatsächlich eine
ebensolche. Zunächst, nach Errichtung als Teil des preußischen
Zollamtes um 1890, bot sie Pferden ein Dach über dem Kopf,
dann, sehr viel später, in den 70er und 80 Jahren des vergangenen
Jahrhunderts, gab sie irgendwelchem GST-Schrott Herberge und ist
schließlich heute Ausspannung für die Fans des aktuellen
Jazz.
Die dieser Tage hier ausgestellten Bilder zeigen Musiker und Musikerinnen,
von Matthias Schwarz auf seine eigene Weise aufgesogen, während
einiger Konzerte des vergangenen Jahres. Die von ihm auf Wesentliches
reduzierten Claus van Bebbers, Ulla Osters, Hans Reichels...sind
hängengebliebener Extrakt und jetzt das Malz an der Wand. Eine
seiner großen Stärken ist eben das Weglassen, aber vielleicht
sind seine Kunstwerke auch deshalb so prägnant, weil Matthias
Schwarz zudem seine Ohren offen hat. Der Kreis seiner musikalischen
Favoriten und Favoritinnen ist mir bekannt und auf jeden Fall nicht
Mainstream. Sicher aber ist, daß jener Kreis keinen geschlossenen
Zirkel darstellt, und mittlerweile kommt er am holländischen
Lautpoeten Jaap Blonk ebenso nicht mehr vorbei, wie am Kölner
Saxophon Mafiosi Wollie Kaiser samt dessen Band Timeghost, oder
dem schon erwähnten Wuppertaler Instrumentenerfinder Hans Reichel.
Ihren Eberswalder Konzerten und dem unmittelbaren akustischen und
visuellen Erlebnis, fügt Matthias Schwarz im Nachhinein noch
eine zusätzliche Ebene hinzu.
Möge er auch in Zukunft das graphische Auge von Jazz in E.
sein. Dies jedenfalls, wünsche ich mir und Ihnen!
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Matthias Schwarz zeichnet -
Jazz in E. 2007
Foto: Torsten Stapel
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